Raus aus dem Stress – die Suche nach Entspannung, Ruhe und Gelassenheit

Verlangt Dein Alltag viel von Dir ab? Du fällst abends vor Erschöpfung auf die Couch oder ins Bett und bist völlig erledigt?

Und dann kannst Du vermutlich noch nicht mal einschlafen, obwohl Du total erschöpft bist! Gedanken rasen und drehen Kreise wie ein Bumerang, Unruhe macht sich breit. Auch Dein Rücken, Deine Gelenke und Muskeln melden sich. Du bist angespannt und kannst nicht loslassen.

Dafür gibt es einen Grund!

Vermutlich überschreitest Du täglich bewusst oder nicht die Kapazität Deines Stresstolleranzfensters! Schon mal davon gehört?

Aber erst mal: Was bedeutet denn Stress?

Erst einmal ist Stress eine ganz normale Reaktion des Körpers auf eine Herausfordernde Situation. Jeder Mensch hat dabei sein ganz persönliches inneres Erleben von Stress. Was dem einen das Adrenalin in die Adern schießen lässt, muss beim Anderen nicht die gleiche Wirkung haben.

Die Reaktion ist abhängig von vielen Faktoren. Davon wie Du Dich regulieren kannst, davon welche Erfahrungen Du bereits gemacht hast und in welcher emotionalen und körperlichen Verfassung du gerade bist.

Stress ist eben nicht gleich Stress!

Darüber hinaus besitzt Du ein ganz individuelles Stresstolleranz-Fenster. Es hat eine obere und eine untere Grenze. Wir können uns innerhalb dieses Fensters völlig ohne Probleme hin- und herbewegen, idealer Weise in einem Wechsel von Auf und Ab. Dafür ist Deine Stressregulation zuständig.

Wenn sie noch in der Lage dazu immer wieder für Ausgleich zu sorgen, hilft es Dir zur Ruhe zu kommen, Dich zu entspannen, Deine Gedanken zu dämpfen und Gefühle zu sortieren.

Und es stößt außerdem, vor allem nachts, sehr wichtige Prozesse zur Regenerierung und Verdauung an. Dabei geht es nicht nur um Zellreparatur, Nahrungsverdauung und Akkus aufladen. Nein, auch Erfahrungen und Erkenntnisse vom Tag werden verarbeitet und wichtige Rückschlüsse daraus gezogen.

Wenn Dein Nervensystem dazu noch die Möglichkeit bekommt!

Bei vielen Menschen ist das aber schon längst nicht mehr so!

Denn Dauerstress führt zur Überlastung Deines Nervensystems. Stress wird dann zum Problem, wenn Du das Tolleranzfenster ständig über- oder in der Folge davon sogar unterschreitest.

Müdigkeit, Erschöpfung und Unruhe sind nur ein kleiner Teil der Folgen eines viel zu vollen Alltags! Viele Menschen sind gefangen im Hamsterrad des “Leisten-Müssens”, “Sich-um-Andere-Kümmerns” und des “Pausemachen-geht-Nicht”.

Geht es Dir auch so?

Natürlich ist es Zeit darüber nachzudenken, ob DU dieses Tempo so wirklich weiterleben willst! Aber da auszusteigen ist gar nicht so einfach.

Immerhin ist Dein Nervensystem so überreizt, dass Du beim Pause machen automatisch mit Deiner inneren Unruhe konfrontiert bist. Oder Du bist soweit weg von Deinem emotionalen und körperlichen Empfinden, dass Du Ablenkung brauchst, um bloß nicht damit in Kontakt zu kommen.

So kannst Du natürlich auch Deinen Alltag und Dich selbst nicht reflektieren. Dich fragen was falsch läuft und was Du ändern müsstest und auch kannst.

So lange Du noch in diesem Hamsterrad gefangen bist und Dein Körper mitmacht, hält sich dieser Zustand also selbst am Laufen.

Willst Du das wirklich?

Wäre es nicht vernünftig dieses Perpetuum Mobile vorsichtig anzuhalten und den Kreislauf zu durchbrechen? Bevor Dein Körper und Deine Seele die Notbremse zieht?

Von Burnout, dem Müdigkeit- und Erschöpfungssyndrom oder anderen tiefreichenden Erkrankungen hast Du bestimmt schon gehört, oder?

Es gibt in der Neurobiologie sogar Hinweise, dass manche Autoimunkrankheit, Herzinfarkte, Hirnschläge und andere gesellschaftlich weitverbreitete Krankheiten auf ein überfordertes Nervensystem zurückzuführen sind.

Manchmal sind die Auslöser auch tief sitzende Wunden aus der Kindheit oder von anderen Traumata. Sollte das bei Dir der Fall sein, dann such Dir bitte eine passende Trauma-Begleitung.

Denn die Übungen können alte Körperempfindungen und Gefühle, sowie Bilder in Dir aufkommen lassen.

Sei achtsam und akzeptiere Deine Grenzen.

Wie gelingt es dem Körper im Tolleranzfenster zu bleiben?

Unser Nervensystem zur Stressregulation ist autonom. Es arbeitet ganz automatisch und unterbewusst und besteht aus zwei sogenannten Gegenspielern.

Es gibt den aktivierenden Teil, den Sympathikus und den beruhigenden Teil, den Parasympathikus.

Der Sympathikus aktiviert die Ausschüttung von Stresshormonen, sobald das Gefühl von Sicherheit gestört ist. In unserer heutigen Zeit spielt sich das oft unterbewusst ab, denn unsere Unsicherheit wird nicht durch Fressfeinde ausgelöst. Wir sind uns Ihrer nicht bewusst. Denn wir haben uns an viele “Gefahren” gewöhnt und nehmen sie nicht mehr wahr.

Das hat Folgen!

Erst mal zur normalen Reaktion des Nervensystems auf reelle Gefahren.

Folgende körperliche Reaktionen auf die Aktivierung des Sympathikus sind unter anderem zu beobachten:

  • Strecken des Körpers
  • Ausschau halten nach Gefahren

Geradezu Gleichzeit passiert das im Körper:

  • erhöhter Herzschlag
  • bessere Durchblutung und Bereitstellung von Energie
  • Verdauungsstop
  • Brustatmung für mehr Sauerstoff
  • Muskeln in Alarmbereitschaft

Das alles findet blitzschnell statt und wir haben keinen Einfluss darauf. Denn es entspringt einem ganz alten Überlebensimpuls des Stammhirns.

Nimmt das Unterbewusst sein wahr, dass keine Gefahr mehr besteht oder nicht bestand und Du in Sicherheit bist, wird der Parasympathikus aktiviert..

Er steuert folgendermaßen gegen die körperliche Stressreaktion:

  • die Muskeln entspannen sich
  • Dein Körper rutscht in sich zusammen
  • der Herzschlag wird gesenkt
  • das Zwerchfell entspannt sich und sorgt für eine tiefere Bauch-Atmung
  • die Verdauung wird wieder angeregt
  • die Erholung und Regeneration des Körpers wird aktiviert (vor allem nachts)

Wechseln sich stressige Phasen im Tagesmittel mit genügend Ruhephasen ab, so bleiben wir in unserem Stresstolleranz-Fenster.

Pausen für die Aktivierung der Ruhenerven des paarsympathischen Nervensystems fehlen in unserem Alltag voller stressiger Situationen allerdings meist ganz.

Außerdem ist uns im Laufe der Zeit durch die Gewöhnung an “Gefahren” eine wichtige Reaktion abhanden gekommen.

Wir machen uns und unserem Unterbewusstsein zu selten klar, dass wir nicht ständig in reeller Gefahr sind!

Genau hier kannst Du mit Stressregulationsübungen ansetzen und Deinem Unterbewusstsein helfen. Die Übungen setzen im berühmten “hier und Jetzt” an und vermitteln Deinem Körper auf allen Ebenen:

Ich bin in Sicherheit!

Ich habe ein Video dazu aufgenommen. Es hält unter anderem eine von den vielen ganz einfachen, kurzweiligen und alltagstauglichen Übungen bereit, um etwas Durchatmen zu können.

Erst wenn wir wieder zur Ruhe kommen, uns in Sicherheit fühlen, können wir unser Leben reflektieren, merken, was uns immer wieder in Stress bringt und Mut finden Änderungen anzugehen.

Weitere dieser kurzweiligen, alltagstauglichen und leicht zu lernenden Übungen findest Du auf meinem YouTube-Kanal in meiner Entspannungsinseln- Playlist.

Ich wünsche Dir viele Impulse zum Üben, dass Du dran bleibst und sehr achtsam damit bist!

Kontaktiere mich gerne hier wenn Du Dich beim Üben und Ausprobieren unterstützen lassen möchtest.