Die Schattenseiten des Lebens

Die Schattenseiten des Lebens!

Oder:

Personenschaden – Freitod auf den Schienen

Ich sitze gerade im Zug von Berlin nach Frankfurt. Ich hatte ein tolles Wochenende mit lieben Freundinnen. Es war traumhaft schönes Wetter. Wir haben viel unternommen, Geschichtsträchtiges gesehen und eine Menge Spaß gehabt.

Der Abschied viel schwer! Abschied von einer sehr guten Freundin. Abschied von der Freiheit, den Tag kommen zu lassen und sich einzulassen auf das, was sich zeigt. Abschied von dem Gefühl für ein paar Tage nur für sich selbst verantwortlich sein zu können! Als Mutter eine willkommene Abwechslung.

Während der Zug dahin rollt und ich so schreibe, fallen mir immer wieder Szenen dieser drei Tage ein. Ein breites Grinsen erscheint in meinem Gesicht. Meine Augen lachen und die Gedanken hüpfen vor Freude. Ich habe etwas mitnehmen können, trotz Abschied. Mein Herz ist nicht schwer, sondern leicht.

Ich nehme das Gefühl von Leichtigkeit, Selbstbestimmung, Freiheit mit nach Hause. Weil ich es immer wieder herholen kann. Anfangs wird es noch sehr präsent sein. Später kann ich dann die Fotos anschauen, mit meinen Freundinnen drüber reden oder anderen davon erzählen. Jedes Mal werde ich die schönen Gefühle spüren. Welch ein Genuss! Welche eine Entscheidung!

Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens!

unbekannt

So gesehen ist es ein schöner ABSCHIED. 

Auslöser dafür diesen Artikel zu schreiben, war allerdings ein Abschied ganz anderer Art. Ein Personenschaden! Was das bedeutet, weiß jeder, der öfter die Dienste der Bahn in Anspruch nimmt.

Mein erster Gedanken bei der Durchsage war allerdings sehr selbstbezogen: „Na toll! Wann bin ich dann zu Hause heute?“. Bis mir innerhalb von Millisekunden ein Selbstmord eines Klassenkameraden während des ABITURs einfällt. Auch ein Personenschaden. SCHRECKLICH!!! Jetzt schäme ich mich für meine egozentrischen Gedanken. Denn diese Zeit damals war schlimm für alle Hinterbliebenen. Mein Kamerad sah keinen Ausweg mehr. Er traf eine Entscheidung…

Ich frage mich, was einen Menschen bewegt, diese Art von Freitod zu wählen. Welche Qualen meines Lebens könnten so schlimm sein, dass ich keinen anderen Ausweg mehr sehe? Ich überlege eine Weile und finde keine. Leider gibt es Menschen, denen fallen welche ein. Sie tun mir sehr leid! Aber Mitleid ist hier nicht hilfreich, sondern Mitgefühl.

Wo es Licht gibt, da ist auch Schatten!

Bist Du selbst an solch einem Punkt, wo Du nicht mehr weiter weißt?

Falls Du Hilfe suchst, findest Du hier eine Liste hilfreicher Nummern und Adressen!
Bist Du Betroffener oder Hinterbliebener, dann findest Du hier Hilfe und Unterstützung

Ich habe immer Verantwortung für mein Leben übernehmen können.

Das liegt vor allem an der Liebe meiner Eltern. Auch sie haben ihre Fehler gemacht, so wie ich meine mache. Aber darum geht es nicht.

Was meine Eltern mir mitgegeben haben, war immer der Satz und das Gefühl: „Du kannst alles erreichen, was Du willst!“. Sie wussten, es gibt immer einen anderen Weg. Sie übertrugen mir auch immer viel Verantwortung. Damit war ich zwar oft überfordert, aber ich lernte Verantwortung zu tragen, Entscheidungen zu treffen. Ich bin dafür sehr dankbar. Ich habe auch schwere Themen, die ich mit mir rumschleppe. Aber immer habe ich auch die Sicherheit, dass es weiter geht. Ich habe Zuversicht.

Danke dafür Mama, Danke dafür Papa!

Ja, auch ich kenne sie die Themen, die einem den Mut zu Leben rauben können!

Übergriffe von Nachbarn und dem Onkel in der Kindheit, Flucht aus der DDR, erste Ehe mit tiefem Selbstwertverlust, Burnout, Kindsverlust in der Schwangerschaft, einigen depressiven Episoden – all das Themen, die mich immer wieder an den Rand gebracht haben. An den Rand des Lebenssinns.

Dennoch nie ein Grund den schönen Seiten des Lebens den Rücken zu kehren. Ich wusste immer, es gibt Hilfe, wenn ich danach frage. Freunde, Familie, Therapeuten, Psychologen und jetzt sogar noch Coaches. Ich wusste immer, wo Schatten ist, da ist auch Licht, irgendwo am Ende des Tunnels.

Ich habe gelernt, auch die kleinen Lichtblicke wertzuschätzen. Ich habe gelernt dankbar zu sein, für die kleinen Dinge des Lebens. Ich habe gelernt, das halb leere Glas in ein kleineres Glas zu schütten, damit es wieder voll aussieht. Und ich weiß, dass ich das Wasserglas zwischendurch auch mal absetzen und zu einer Freundin fahren muss, um wieder genug Kraft zu haben, das Wasserglas des Alltags durch das Leben zu tragen.

Du kannst das auch!

Was Du dafür brauchst, ist Mut. Und mal ganz ehrlich brauchst Du keinen Mut, um den Freitod zu wählen? Auch Kreativität ist gefragt, um sich selbst das Leben zu nehmen. Meiner Meinung nach kannst Du diese Kreativität auch dafür Verwenden, Dir Hilfe zu suchen. Jeder von uns ist wichtig und wertvoll! Du hast Stärken und Fähigkeiten, nutze Sie FÜR Dein Leben!

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