Die Macht Deiner Emotionen

Die Macht Deiner Emotionen

Oder:

Die Macht, die Du Deinen Emotionen gibst

Hast Du auch manchmal das Gefühl, Deine Emotionen haben Dich fest im Griff? Bei Freude, Heiterkeit und Gelassenheit ist das sicherlich kein Problem. Oder läßt Du die darauf folgenden mega tollen Körpergefühle nicht gerne durch Deinen Körper laufen? Ich genieße es in vollen Zügen, wenn ich wieder mal so richtig herzhaft lachen kann. So wie ich es heute erst erlebt habe.

Heute morgen liefen gefühlt tausende Blaubeeren aus meiner Hand, begleitet von einer Art Wasserfall-Geräusch in meinen Einkaufswagen. An der Kasse!

“OMG – Oh, mein Gott!”

wären die Worte meiner Tochter gewesen!

Mir entfuhr ein deftiges “Scheiße!” und danach konnte ich mich vor Lachen nicht mehr halten. Es bitzelte und prickelte in meinem ganzen Körper durch das Vibrieren meiner Stimme, das sich von meinem Brustkorb her ausbreitete. Was für eine Wonne! Noch Stunden später musste ich grinsend an diese einmalige Situation zurück denken.

Warum? Ja das wissen wir doch alle! Lachen ist gesund, weil es Glückshormone ausschüttet. Es gibt ganze Abhandlungen, die erklären, was da passiert. Aber wir alle wissen, dass es sich gut anfühlt. Ja, so ein herrlicher Lachanfall ist gern gesehen. Außerdem zaubert es ein Lachen auf die Gesichter aller (na gut, fast aller) Umstehenden!

Was aber wäre gewesen, wenn ich einen Wutanfall bekommen hätte?

Achtung, ich versuche es mal:

Wahrscheinlich hätte ich hektisch mit den Armen gerudert und versucht die Beeren aufzuhalten. Bei dem krampfhaften, unmöglichen Versuch wären mir sicherlich einige nicht sehr jugendfreie Beschimpfungen entschlüpft. Zudem wäre ich vor Scham rot angelaufen. Mein Körper hätte sich zeitgleich zusammen gekrampft, um in einem Loch verschwinden zu können. Ich hätte Mühe gehabt mich zu erklären und gedanklich wäre ich wahrscheinlich aufs Übelste über mich hergefallen!

Was noch schlimmer ist:

Meine Gedanken hätten den ganzen Tag die Situation hin und her gewälzt. Die Schamesröte und das Krampfen meines Körpers hätte ich immer wieder gespürt. Statt den doofen Plastikschalen-Hersteller zu beschimpfen, hätte ich den Ärger und die Wut gegen wen gerichtet? Genau: Gegen MICH selbst!

AUTSCH!!!

Zum Glück wusste ich heute Morgen ziemlich genau, dass Fehler passieren und keiner perfekt ist! Heute Morgen hatte ich genügend Zeit eingeplant, war nicht im Stress und zufrieden mit meiner Arbeit kurz davor.

Ich weiß, beide Szenarien liegen nicht weit von einander entfernt. Für einen Bruchteil einer Millisekunde hatte ich das Gefühl mich entscheiden zu können. Das kann ich aber nicht! Emotionen sind im limbischen System verankert und laufen automatisch ab. Was ich aber ändern kann, ist meine Einstellung zu den Dingen, zu den Situationen und den Menschen. Es gibt so vieles, was wir nicht aktiv beeinflussen können, dazu zählt der Ablauf einer Situationsbewertung in unserem Gehirn. Was wir beeinflussen können, ist die Art wie wir grundsätzlich zu Fehlern, Perfektionismus, sowie Schuld und Scham stehen.

Außerdem bin ich stolz darauf, dass mir sehr schnell klar war:

Gegen diese Beeren habe ich keine Chance!

Das Gefühl der Ohnmacht hatte heute morgen einfach keine Chance! Ich klopfe mir auf die Schultern, muss noch mal herzlich lachen und wünsche Dir Bewusstsein für diese Zusammenhänge!

Gott, gib mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr
Möchtest Du mehr über das Thema Emotionen und Gefühle erfahren?

Es ist für unser Zusammenleben von großer Bedeutung zu lernen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Emotionen und Körpergefühlen! Im Sprachgebrauch werden beide Begriffe schnell vermischt. Körpergefühle sagen etwas darüber aus, wie Du Dinge und Situationen emotional und unbewusst bewertest, wie Du mit Dir selbst umgehst und können Dein Lehrer für ein stressfreies Leben sein. Emotionen werden vom limbischen System automatisch ausgelöst, wenn Dein Hirn im Bruchteil einer Millisekunde die Situation bewertet, der Du gerade ausgesetzt bist.

Wir sortieren Gefühle und Emotionen in gut und schlecht. Das lernen wir in der Kindheit. Liebe, Zuneigung, Anerkennung erfahren viele Kinder nur wenn sie brav sind, sich anpassen und Emotionen den Normen der Familie entsprechend ausleben. Bedingt durch die antrainierte Ausschüttung der sogenannten Glückshormone, streben wir danach, die „schlechten“ Emotionen vermeiden zu wollen. Wir sind als Kinder nicht belohnt worden, wenn wir unsere Wut oder unsere Frustration gezeigt haben. Eher im Gegenteil! Wir wurden abgelehnt. Im schlimmsten Fall wurde uns Liebe entzogen, indem wichtige Menschen in unserm Leben sich von uns in diesen Situationen abgewendet haben. Wir haben gelernt: „Mit dieser Emotion bin ich nicht Willkommen in der Familie und in der Gesellschaft.“

Auch Du hast möglicherweise gelernt, das, was Du beispielsweise bei einem Wutanfall oder bei aufsteigender Traurigkeit in Deinem Körper gespürt hast, auszublenden bzw. nicht mehr richtig hinzuspüren. Aus reinem Selbstschutz war das sicherlich eine gute Maßnahme. Aber dabei hast Du Dich von Dir selbst entfernt und Dich im schlimmsten Fall vom Körpergefühl abgespaltet. 

Überhöhung und „Weg-Machen-Wollen“ von Emotionen und Gefühlen

Außerdem ist es wichtig zu verstehen, dass wir unseren Emotionen und Gefühlen manchmal zu viel Bedeutung beimessen. Du solltest sie wahrnehmen, annehmen und durchleben ohne sie zu überhöhen, also mehr daraus zu machen.  Auch sie zu übergehen, sie also nicht haben zu wollen oder wegzuschieben ist nicht gesund. Menschen, auch manche Tiere in unserem Umfeld können dafür gute Spiegel sein. Vor allem Kinder, die noch weitestgehend ohne Bewertungen und im Hier und Jetzt unterwegs sind, erweisen sich als gute Lehrer, wenn Du hinhören kannst.

Wenn Du jetzt sagst: „Aber manchmal kann ich sie im Alltag nicht gebrauchen!“ oder gegenteilig: „Sie überkommen mich oft einfach!“, dann lass Dir sagen: „Du bist nicht Deine Gefühle und Emotionen!“. Du kannst sie anhören und aus ihnen lernen. Du musst Dich ihnen nicht ausgeliefert fühlen. Es gibt so viele Möglichkeiten sich damit auseinanderzusetzen. Sprich mich gerne an.

Achtung an dieser Stelle bei Traumata. Diese können auch dazu führen, dass wir nicht mehr hinspüren können und auch sollen. Trauma heißt, körperlich oder seelisch so verletzt zu sein, dass Du um Dein Leben oder das von anderen Personen fürchten musstest oder einen anderen tiefen Schock erlitten hast. Bei einem Trauma sind Gefühle wie Panik, Hilflosigkeit, Entsetzen und meistens auch intensive Ohnmacht dafür verantwortlich, dass der Körper die dazugehörigen Gefühle abtrennt. In diesem Fall ist es enorm wichtig eine Traumatherapie in Anspruch zu nehmen. Da der Körper alles speichert, was ihm widerfährt, ist das Trauma ein Schutzmechanismus der Seele.

Übernahme von Verarbeitungsstrategien der Emotionen

Manchmal kommt es dazu, dass wir die Strategien zur Bearbeitung von Emotionen und Gefühlen von unseren Vorbildern übernehmen oder übernommen haben. Wir alle lernen am Modell unserer Vorbilder. Modelle, die als erfolgsvorsprechend angesehen wurden, bieten uns Strategien an, die nicht unserem Wesen entsprechen. Hast Du eventuell in Deiner Kindheit unbewusst Strategien übernommen, die erfolgsvorsprechend waren?

Im Coaching kannst Du an dieser Stelle eingreifen, Dich gesund abgrenzen und nicht zu Dir gehöriges loslassen lernen. Auch verschiedene Meditationen bekannter Coaches können Dir dabei helfen, Dich zu sortieren. Im Idealfall bist Du dann in der Lage die erlernte, aber nicht eigene  Emotionsverarbeitung ziehen zu lassen und zu Dir zurück zu finden.

Hier findest Du eine Liste der Coaches, die mir selbst schon den einen oder anderen Schritt in meinem Leben erleichtert haben.

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